M – Eine Stadt sucht einen Mörder (1931)

M – Eine Stadt sucht einen Mörder (1931)

Regie Fritz Lang

Kamera Fritz Arno Wagner

Filmhandwerklicher Blick

Warum dieser Film

Fritz Lang hat mit M den Tonfilm neu erfunden. Nicht durch Dialoge — durch eine Melodie. Der Kindermörder pfeift Griegs 'Peer Gynt', und dieses Pfeifen wird zum Klang des Todes. Lang hat verstanden: Im Tonfilm ist das Gefährlichste nicht, was man sieht, sondern was man hört — oder plötzlich nicht mehr hört.

Schlüsselszenen zum Studieren

  • Elsies Ballon verfängt sich in den Drähten — das Pfeifen verstummt, der Ball rollt aus dem Bild, Stille, und die Leere des Bildes erzählt den Mord, den wir nie sehen
  • Der blinde Bettler erkennt die Melodie — der Ton wird zum Beweis, das Gehör löst, was das Auge nicht kann, eine geniale Inversion
  • Lorres Monolog vor dem Unterwelt-Gericht — seine Stimme bricht, wird zum Flüstern, zum Schrei, die gesamte Bandbreite menschlicher Verzweiflung in einem einzigen Ton

Was du sehen lernen wirst

  • Verstehen, wie ein einzelnes akustisches Motiv zum Träger einer gesamten Erzählung werden kann
  • Analysieren, wie Fritz Lang Stille als dramaturgisches Werkzeug einsetzt — die Abwesenheit von Ton als stärkste Aussage
  • Die Geburt des kreativen Tonfilms studieren — nicht als bebildertes Theater, sondern als eigenständige Kunstform

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