
Warum dieser Film
Haneke hat in Amour die Stille zum Protagonisten gemacht. In dieser Pariser Wohnung, in der eine Frau langsam stirbt, wird jedes Geräusch zum Ereignis — das Ticken einer Uhr, das Rascheln von Bettlaken, ein erstickter Atemzug. Die Abwesenheit von Filmmusik macht jeden realen Ton unerträglich präsent.
Schlüsselszenen zum Studieren
- ●Der Schlaganfall beim Frühstück — das Klirren der Tasse, dann Stille, Annes leeres Gesicht, der Wasserhahn läuft, Alltagsgeräusche werden zum Klang der Katastrophe
- ●Georges hört eine CD — Schubert füllt die Wohnung, und für einen Moment ist die Stille des Sterbens aufgehoben, die Musik wird zum letzten Lebenszeichen
- ●Die letzte Nacht — nur Atem, das Rascheln der Decke, das Knarren des Bettes, die intimste und brutalste Tonspur, die das Kino kennt
Was du sehen lernen wirst
- ✦Verstehen, warum der Verzicht auf Filmmusik eine der radikalsten und wirksamsten Tonentscheidungen sein kann
- ✦Analysieren, wie Alltagsgeräusche in der Abwesenheit von Score zu dramatischen Elementen werden
- ✦Hanekes Philosophie der akustischen Verweigerung als ethische Position gegenüber dem Zuschauer untersuchen


