Amour (2012)

Amour (2012)

Regie Michael Haneke

Kamera Darius Khondji

Filmhandwerklicher Blick

Warum dieser Film

Haneke hat in Amour die Stille zum Protagonisten gemacht. In dieser Pariser Wohnung, in der eine Frau langsam stirbt, wird jedes Geräusch zum Ereignis — das Ticken einer Uhr, das Rascheln von Bettlaken, ein erstickter Atemzug. Die Abwesenheit von Filmmusik macht jeden realen Ton unerträglich präsent.

Schlüsselszenen zum Studieren

  • Der Schlaganfall beim Frühstück — das Klirren der Tasse, dann Stille, Annes leeres Gesicht, der Wasserhahn läuft, Alltagsgeräusche werden zum Klang der Katastrophe
  • Georges hört eine CD — Schubert füllt die Wohnung, und für einen Moment ist die Stille des Sterbens aufgehoben, die Musik wird zum letzten Lebenszeichen
  • Die letzte Nacht — nur Atem, das Rascheln der Decke, das Knarren des Bettes, die intimste und brutalste Tonspur, die das Kino kennt

Was du sehen lernen wirst

  • Verstehen, warum der Verzicht auf Filmmusik eine der radikalsten und wirksamsten Tonentscheidungen sein kann
  • Analysieren, wie Alltagsgeräusche in der Abwesenheit von Score zu dramatischen Elementen werden
  • Hanekes Philosophie der akustischen Verweigerung als ethische Position gegenüber dem Zuschauer untersuchen

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