
Im Lauf der Zeit (1976)
Regie Wim Wenders
Kamera Robby Müller & Martin Schäfer
Filmhandwerklicher Blick
Warum dieser Film
Wenders hat diesen Film mit einem Rhythmus montiert, der dem Reisen entspricht. Lange Einstellungen, in denen nichts passiert — und dann passiert alles. Der Schnitt folgt nicht einer Handlung, sondern einer Stimmung. Es ist ein Film, der atmet wie eine Landstraße: gleichmäßig, endlos, mit plötzlichen Kurven.
Schlüsselszenen zum Studieren
- ●Die Fahrt entlang der Grenze — endlose Einstellungen der deutschen Landschaft, der Rhythmus wird zur Meditation, Zeit wird fühlbar
- ●Die verlassenen Kinos — Bruno repariert Projektoren, der Schnitt verlangsamt sich bis zum Stillstand, das Kino reflektiert über sich selbst
- ●Der Abschied — ein plötzlicher Schnitt nach Stunden der Langsamkeit, die Trennung ist so abrupt wie ein Filmriss
Was du sehen lernen wirst
- ✦Verstehen, wie ein langsamer Montage-Rhythmus die Erfahrung von Zeit und Reise im Kino nachbilden kann
- ✦Analysieren, wie Wenders und Przygodda den Schnitt als Instrument der Reflexion über das Kino selbst einsetzen
- ✦Die Beziehung zwischen Filmrhythmus und Lebensrhythmus im New German Cinema studieren


